Wisa Gloria

1882 gründen Fritz Neeser-Thut und Eduard Rohr-Herbst die Kinderwagenfabrik Neeser & Rohr. Nach harzigem Beginn kommt es 1913 zur erfolgreichen Fusion mit einer Konkurrenzfirma. Die neue Wisa Gloria stellt Kinderwagen, Holz- und Spielwaren her. Konkurrenzdruck und fehlende Modernisierung führen 1992 zur Einstellung der Produktion in Lenzburg. Die Marke Wisa Gloria existiert weiter, z.B. als Retro-Dreiräder.

Lastwagen

Die grossen und kleinen Holz-Lastwagen mit der kippbaren Brücke gehören zu den Bestsellern. Im Lauf der Jahre ändert der Schriftzug mehrmals. Dieser Lastwagen trägt die Schrift Typ 2. Das Sandkasten-Spielzeug war mit einem passenden Anhänger und einem Blachenverdeck lieferbar. Wahlweise konnte dieser Lastwagen gegen einen Aufpreis von Fr. 6.– auch mit leichter laufenden, gummibereiften Metallrädern erworben werden. Die Version mit Holzrädern kostete Fr. 14.50.

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 602 K, 1952

Go-Kart Nr. 5

Im Katalog von 1962 wird dieser Go-Kart als «das neuzeitliche Kinderfahrzeug zum Treten, für 3- bis 9-jährige» zum damals beachtlichen Preis von Fr. 114.– angepriesen. Der verstellbare Sitz verfügt bereits über eine Sicherheitsgurte. Der ursprüngliche Lenker weicht bald einem richtigen Steuerrad. Die Radkappen sind die gleichen wie bei den Kinder- und Puppenwagen. Der Sitz kann der Beinlänge der «Piloten» angepasst werden. Der Tretmechanismus ist fest eingebaut.

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 1155, 1965

Stahlrohrschlitten mit Holzsitz

Für die schneereiche Zeit baut Wisa Gloria schon sehr früh Holzschlitten und Skis. 1967 erscheinen die ersten «sehr strapazierfähigen Stahlrohrschlitten mit einer bombierten Sitzfläche». Der rote Rahmen ist einbrennlackiert. Diese berühmten Schlitten gibt es in diversen Grössen und Ausführungen, wahlweise auch mit einem Kindersitz, der einfach montiert werden kann. Das erheblich geringere Gewicht gegenüber den hölzernen «Davosern» trägt zum Erfolg bei.

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 1754, 1962

Kinderauto mit Speichenrädern

«Die Kinder wollen es den Grossen nachmachen, auch sie wollen Auto fahren», heisst es im Wisa-Gloria-Katalog von 1932. Das aufgemalte Nummernschild des Kinderautos stimmt mit der Artikelnummer 1140 überein. Das Tretauto ist eine Weiterentwicklung des zwei Jahre zuvor entstandenen ersten Tretautos mit der Nummer 1139. Die Karosserie ist aus Sperrholz gefertigt. Das Chassis, der Tret- und Lenkmechanismus und die Speichenräder sind zum Teil mit Eisen verstärkt.

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 1140, 1932

Röhrlirad mit Gesundheitslenker

Die Wisa-Gloria-Dreiräder haben eine lange Tradition und wurden in vielen Varianten gebaut. Das Ende 1972 erscheinende Röhrlirad gibt es mit kleinen und grösseren Hinterrädern, anfänglich nur in Rot. Der früher waagrechte Lenker wird durch den geweihartigen «Gesundheitslenker» ersetzt, damit die Kinder rückenschonender treten können. Die Glocke war inbegriffen und das Wisa-Gloria-Fähnchen als Zubehör zu haben.

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 1188, 1973

Dreirad mit Speichenrädern

Das im Katalog von 1930 erstmals präsentierte Dreirad mit Speichenrädern ist der Urahn aller Wisa-Gloria-Dreiräder. Nach den «Bubi-Rädern» mit hölzerner Sitzbank ist es das erste Dreirad mit einem Sattel. Die gummibereiften Speichenräder stammen aus früherer Produktion. Dieses Dreirad gab es in zwei Grössen, es kostete Fr. 23.50.

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 1131, 1930

Holzelefant auf Metallrädern

Die bekannten Schaukeltiere von Wisa Gloria – das Rössli und der Schwan – erhalten von 1949 bis 1956 Gesellschaft von Zebra, Bambi, Kamel, Hündchen und diesem seltenen Elefanten. Viele Schaukeltiere besitzen eiserne Räder und eine demontierbare hölzerne Schaukelvorrichtung und sind somit multifunktional «zum Schaukeln und Fahren» eingerichtet.

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 1432, 1954

Schaukelschnecke mit Musikdose

Die ersten Schaukelschnecken kommen 1957 auf den Markt. Bis heute sind sie häufig in Kinderzimmern anzutreffen. Die rot-gelben Schnecken haben unbewegliche Fühler. Das Luxusmodell besitzt laut Wisa-Gloria-Katalog von 1962 eine «unsichtbar eingebaute Spieldose, die sich beim Schaukeln selbst aufzieht». Die Schnecke bekommt mit einer Ente und einem Schwan zwei baugleiche Schaukelkameraden. Der Preis belief sich inklusive Spieldose auf Fr. 41.50. Die Schaukelschnecke dürfte der weitaus am längsten produzierte Wisa-Gloria-Artikel sein.

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 1437 S (S = mit Spieldose), 1967

Qualitätspuppenwagen in Decor St

Dieser Puppenwagen ist im Wisa-Gloria-Katalog «Die letzten Neuheiten» von 1933 beschrieben als «eleganter Qualitätspuppenwagen mit Ausschlag in uni Ledertuch. Verdeck gefüttert. Dekor St». Ihn und ähnliche Wagen gab es in dreissig nummerierten Dekors, wobei das «St» wohl für Streifen steht. Die Puppenwagen wurden in vier Grössen (50, 55, 60, 65 cm) angeboten und kosteten zwischen Fr. 34.50 und Fr. 40.50. Einfachere Dekors waren Fr. 1.50 günstiger. Das zeittypische Markenzeichen ist gut erhalten.

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 1244, 1933

Puppenwagen

Im Wisa-Gloria-Katalog von 1971 wird dieser Wagen vorgestellt als «die neue Puppenwagenlinie mit reicher Ausstattung». Kasten und Gestell können demontiert bzw. zusammengefaltet werden. Als Vorbild diente der ähnlich aussehende Kinderwagen. Hierzu heisst es im Katalog von 1972: «Der Stolz und die Freude einer kleinen Puppenmutter sind nicht zu übertreffen, wenn sie mit einem Wisa-Gloria Puppenwagen spazierenfahren kann.»

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 1216.00, 1971

Faltbarer Puppenwagen

Im Jubiläumsprospekt «75 Jahre Wisa Gloria» von 1957 wird dieses Modell als «Neuheit» präsentiert. Es gibt den leichten, mit Gummipneus auf Metallrädern ausgestatteten und zusammenfaltbaren Puppenwagen in Rot, Grün, Blau und Karo. Das Tischchen und die Fussbank sind immer beige lackiert. Der Name «Buggy», wie er heute für diese Art Wagen verwendet wird, war noch nicht verbreitet.

HerstellerWisa Gloria, Art.-Nr. 1259 N, 1975

Metall-Puppenwagen

Laut Wisa-Gloria-Katalog von 1961 gibt es den «eleganten Metall-Puppenwagen mit breitem Chromdekor und Stossfänger zum Schlagerpreis von Fr. 59.80» in den Farben Rot, Gelb und Hellblau. Das Verdeck und das Innenleben sind immer im Beige der vorderen und hinteren Abdeckung gehalten. Die Puppenwagen sehen ähnlich aus wie die richtigen, grossen Kinderwagen. Das Dekor änderte praktisch jedes Jahr, Vorbild war das Styling amerikanischer Strassenkreuzer. Es gibt diesen Wagen auch in Zweitonlackierung, was besonders chic war.

HerstellerWisa Gloria, Art. 1243 E, 1961

Schaukelschwan

Mit Sicherheit ist der Schaukelschwan das am längsten produzierte Spielzeug von Wisa-Gloria. Rund 70 Jahre lang wurde dieses Schaukeltier, natürlich in unterschiedlichen Varianten, angeboten. Es ist bekannt, dass die Schwäne in mehreren Schreinereien in und um Lenzburg in Serien von 50 bis 300 Stück angefertigt und im Wisa-Gloria-Werk bemalt wurden. Bis 1966 waren die Flügel spitz zulaufend ausgesägt, später nur noch rund. Der Schwan erschien noch im letzten Prospekt von Atout AG/Wisa-Gloria von 2006

HerstellerWisa Gloria

Trottinett

Wisa-Gloria baute Trottinetts nachweislich seit 1930 bis 1974. Das „Trotti“ mit gummibereiften Holzrädern kostete 1952 Fr. 19.50, für den Richtungsanzeiger verlangte man zusätzlich Fr. 1.50. Die Kunden hätten auch eine Glocke für Fr. 2.50 dazu bestellen können! Ab 1961 gab es nur noch hölzerne Trottinetts mit Metallrädern, später dann war auch das Chassis aus Metall. 1975 verschwand dieses Spielzeug aus dem Sortiment.

HerstellerWisa Gloria

Dampflokomotive mit Tender

Die Lokomotive mit dem Kohlentender stammt aus der Zeit, als noch richtige Dampflokomotiven eingesetzt wurden. Es gab dazu auch noch einen hellblauen Güterwagen (Artikel 610). Der runde Kessel wurde aus einer Kartonröhre gefertigt, Chassis und Räder aus Holz. Ab 1952 kam eine Elektrolokomotive mit einem Personenwagen ins Sortiment, weil diese der Wirklichkeit besser entsprach. Die Nummern auf der Lok und den Wagen war gleichzeitig die Artikelnummer.

HerstellerWisa Gloria

Jeep

Der Jeep erschien in feldgrüner Farbe in der Nachkriegszeit, als diese auch noch das Strassenbild prägten. Ab 1953 wurden diese Jeeps auch in roter Farbe angeboten, für kurze Zeit gab es auch einen gelben Post-Jeep. Man konnte sich für die günstigeren Holzräder oder für Metallräder mit dem originalen Pneuprofil entscheiden. Der Anhänger war für die Kinder beim Spielen im Sandkasten sehr beliebt.

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